Was dir niemand über Dropshipping erzählt [Zoll, Steuern, Produkthaftung, …]

Was dir niemand über Dropshipping erzählt [Zoll, Steuern, Produkthaftung, …]

Wenn du gehört hast, dass man mit Dropshipping risikolos viel Geld nebenbei machen kann und dir das irgendwie zu einfach vorkommt, hast du vielleicht recht. Aber sehen wir uns das Ganze mal genauer an! Erfahre alles, was dir Dropshipping-Gurus nicht erzählen und du schon immer zu diesem Thema wissen wolltest 😉

Was ist Dropshipping?

Dropshipping wird oft als eine einfachse Form des E-Commerce bezeichnet.

Der Vorgang beim Dropshipping ist leicht erklärt: Der Kunde bestellt in deinem Online-Shop einen Artikel. Statt das du diesen Artikel aus deinem eigenen Lager oder Warenhaus versendest, leitest du die Bestellung an einen Großhändler weiter bzw. bestellst die Ware auf Plattformen wie Aliexpress und gibst als Versandadresse die Adresse des Kunden an.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Waren müssen nicht vorrätig gehalten werden und das Ganze kann im Endeffekt aus dem Wohnzimmer heraus betrieben werden.

Soweit die simple Erklärung dieses Geschäftsmodells. Mögliche Fallstricke und auch alles andere rund um dieses Thema sehen wir uns im folgenden an!

A story about Bullshit

Ausschlaggebend für diesen Artikel war ein längerer Post in einer Amazon FBA Gruppe auf Facebook. Hier die Highlights daraus:

“FBA ist Out, Shopify ist In! Viele generieren mit Shopify bereits Millionenumsätze! Kommentiert mit “Info” und ich schicke euch eine PN.”

Dieser Post hat unendlich viele Kommentare bekommen. Natürlich stand in dem Post nicht wirklich, worum es ging. “Shopify” ist also das Wundermittel, mit dem man heutzutage Millionen macht.

Wusste nicht, dass ein Shop-System alleine ein Businessmodell ist, aber man lernt nie aus! 😀

Worum ging es dabei? Natürlich war das nur eine Strategie, um den Leuten dann per PN einen Affiliate-Link von Shopify zukommen zu lassen und an der Provision zu verdienen. Ich habe nichts gegen Affiliate-Marketing und nutze es selbst auch, um kostenlos bereitgestellte Inhalte zu finanzieren.

Was ich aber nicht OK finde ist, wenn Anfänger im Bereich Dropshipping auf diese Weise ausgenutzt werden.

Das Gleiche hatten wir ja auch schon mit der Welle an “hilfsbereiten” Menschen auf Facebook, die einen Anschreiben mit: “Und, wie läuft dein Business? Arbeitest du auch schon mit ClickFunnels?”. Da ging es natürlich auch um nichts anderes, als an der Provision für eure Anmeldung über deren Affiliate-Link zu verdienen.

Dropshipping-Gurus

Ich persönlich habe den Begriff “Dropshipping” in den vergangenen Jahren immer wieder mal aufgeschnappt, mich aber nie großartig darum gekümmert. Etwas tiefer bin ich dann erstmals Anfang 2017 in das Thema gegangen.

Mittlerweile beschäftige ich mich in einem kleinen Team in Vollzeit mit E-Commerce und auch Dropshipping.

Dropshipping hat ja auch etwas Faszinierendes. Da geht man auf Aliexpress, kauft Shopify oder ClickFunnels und schaltet Ads auf Facebook. Fertig. So zumindest wird es immer dargestellt und erzählt.

Es ist allerdings nicht so wichtig, was einem in den ganzen Youtube-Videos erzählt wird, sondern eher, was einem NICHT erzählt wird. Und genau darum soll es heute gehen.

Eins vorweg: Es geht nicht darum, irgendeinem “Internet-Marketer” verbal eins auf Maul zu geben. Viele wissen selbst nicht, was die da eigentlich tun.

Deshalb werde ich auch keine Namen nennen. Und wenn du selbst Internet-Marketer bist und ehrlich mit deinen Kunden umgehst, bist du hier auch nicht angesprochen!

Was ihr aber nie vergessen dürft: Es ist in den meisten Fällen mit dem Verkauf eines Kurses, Seminars oder Coachings verbunden. Entweder direkt oder indirekt.

Das heißt natürlich, man wird euch nicht erzählen, dass es da eine Reihe an rechtlichen Hürden gibt, die euch tausende von Euro kosten können und dass es eben nicht damit getan ist, Shopify zu kaufen und fertig. Und ja, viele glauben das tatsächlich!

Was man zu diesem Artikel erwähnen muss ist, dass ich nur das überall promotete “Aliexpress-Dropshipping” behandel. Dropshipping an sich ist nichts Neues oder Außergewöhnliches und existiert mehr oder weniger schon ewig.

Rechtliches zu Dropshipping

Hier starten wir gleich mit allen Themen, die euch die meisten “Dropshipping-Gurus” nie erzählen und gerne auslassen.

Ich greife hier nur die allergrößten Themen auf, natürlich gibt es noch etliche andere Vorschriften und Gesetze. Die nachfolgenden sind aber die meistdiskutiertesten, über die am wenigsten Klarheit herrscht.

DISCLAIMER: Ich bin weder Anwalt noch Steuerberater. Alle Dinge, die ihr hier lesen werdet, kommen aus meiner eigenen Erfahrung und Recherche. Das bedeutet aber auch: Sollte etwas falsch sein und ihr handelt danach, könnt ihr nicht sagen “Aber Martin hat das so gesagt…”. Nein. Wenn ihr euch 100% sicher sein wollt, engagiert bitte einen Steuerberater und einen Anwalt.

Von welchen Produkten aus China sollte ich die Finger lassen?

In China gelten andere Gesetze und Vorschriften, was die Produktsicherheit betrifft. Das heißt, es werden bei der Produktion teilweise Zusatzstoffe verwendet, die hier aus gesundheitlichen Gründen verboten sind.

Auch werden die Produkte oft nicht ausreichend auf Sicherheit getestet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in China erlauben einfach mehr Spielraum, was Zusatzstoffe und Sicherheitsvorkehrungen betrifft. 

Das alles heißt natürlich nicht, dass jedes einzelne der unten genannten Produkte auf jeden Fall gesundheitsgefährdend oder gefährlich ist.

Ich persönlich gehe diese Risiken aber nicht ein.

Welche (ungeprüften) Produkte ihr aus China meiden solltet:

  • Flüssigkeiten
  • Cremen, Salben, Kosmetik
  • Explosives
  • Alles mit Akku
  • Alles Elektronische
  • Spielzeug (Ja, auch Kuscheltiere! Erklärung weiter unten)
  • Alles, was für Babies und Kinder ist
  • Kleidung (Hautkontakt)
  • Schmuck (Event. giftige Schwermetallanteile)
  • Lizenzprodukte (Alles was nach Game of Thrones, Star Wars, Disney, Gucci etc. aussieht und ein Plagiat ist)

Welche Produkte benötigen eine CE-Kennzeichnung?

Das CE-Kennzeichen wurde geschaffen, damit der Verbraucher sich bei gewissen Produkten keine Sorgen machen braucht (Gesundheit, Sicherheit, Verträglichkeit, …).

Waren aus China haben in der Regel natürlich kein CE-Kennzeichen bzw. wenn sie eines haben, ist es gefälscht.

Nicht alle Produkte benötigen ein CE-Kennzeichen, aber einige. Die wichtigsten sind:

  • Schutzausrüstungen
  • Spielzeuge
  • Elektronisches
  • Medizinische Geräte
  • Explosives

Zu Spielzeugen: Damit sind Spielzeuge für Kinder gemeint. Manche Anwälte sehen auch Katzen- und Hundespielzeug kritisch, da Kinder es verwechseln könnten. Das ist aber Auslegungssache.

Zu Elektronischem: USB-Kabel zum Beispiel und Produkte mit niedriger Spannung sollten nicht darunter fallen. Allerdings gibt es dazu keine 100% gesicherte Angabe.

Produkthaftung – Wer haftet, wenn dem Kunden durch ein fehlerhaftes Produkt etwas passiert?

Einfache und schwierige Grundregel zugleich: Es haftet der Hersteller.

Aber aufgepasst! Ihr werdet jetzt vermutlich denken “Alles in Butter, Hersteller ist ja irgendjemand in Asien”. Ganz so einfach ist es leider nicht, denn “Hersteller” ist nicht automatisch der Produzent und die Rolle kann sich je nach Handelsbeziehung ändern.

Und ja, jetzt kommen Bad News: “Hersteller” seid beim Aliexpress-Dropshipping ihr, da China ein nicht-EU Land ist.

Somit seid ihr in der Haftung, wenn durch das importierte Produkt eurem Kunden etwas passiert (zum Beispiel wenn das Produkt einen Fehler hatte oder Schadstoffe enthält).

Wenn der Kunde sich mit einem Messer schneidet, ist das natürlich nicht eure Schuld! 😉 )

Wenn ihr keine GmbH habt, seid ihr auch persönlich in der Haftung. Das heißt, ihr haftet mit eurem Privatvermögen und wenn da nichts zu holen ist, dann mit eurem Fernseher etc. Streng genommen schützt aber auch eine GmbH nicht vor grober Fahrlässigkeit.

Dropshipping: Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren

Eines vorweg: Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren werden, wenn es um das Thema “Zoll” geht, immer gerne verwechselt.

Bis zu welcher Summe fällt keine Einfuhrumsatzsteuer an?

Österreich
€ 22,00
Deutschland
Bis € 26,30 (offiziell auch nur € 22,00, allerdings gibt es ein kalkulatorisches Schlupfloch, somit sind es effektiv € 26,30)
USA
$ USD 800

Es zählt übrigens dein Einkaufspreis in China, nicht der Verkaufspreis.

Zollgebühren sind ein separates Thema und fallen in Deutschland und Österreich erst ab 150,00 € Warenwert an.

Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Ja, ihr müsst ein Gewerbe anmelden sobald „Gewinnabsicht“ besteht.

Die Gewerbeanmeldung an sich ist kein Drama, allerdings entstehen dadurch laufende monatliche Kosten wie zum Beispiel Beiträge zu Pflichtversicherungen.

Muss mein Shop ein Impressum enthalten?

Grundsätzlich gelten immer die Gesetze des Landes, in dem ihr sitzt. Das heißt für Kunden in Deutschland und Österreich: Ja, ihr braucht ein vollständiges Impressum.

Wenn ihr nur die USA targetiert, bräuchtet ihr eigentlich keines. So zumindest das US-Recht.

Allerdings wird das TMG in Deutschland von den meisten Anwälten so ausgelegt, dass du, wenn du in Deutschland zu Hause bist, ebenso ein Impressum benötigst. Auch, wenn deine Zielgruppe zum Beispiel in den USA sitzt.

Somit gilt: Egal welches Land du targetierst, mit einem Impressum bist du rechtlich auf der sicheren Seite.

Man muss aber auch sagen, dass sich vermutlich niemand für ein fehlendes Impressum interessieren wird, wenn sich der Shop nur an Kunden aus den USA richtet.

Generelles zu Abmahnungen

In Deutschland gibt es – leider – eine ausgeprägte “Abmahnkultur”.

Es gibt viele Anwälte und Kanzleien die sich darauf spezialisiert haben, irgendwelche Fehler auf Webseiten und Online-Shops zu finden, nur um euch eine Abmahnung in Höhe von einigen hundert bis einigen tausend Euro zu schicken.

Es kann leider fast ALLES abgemahnt werden. Wenn ein Anwalt etwas finden will, findet er es auch.

Da reicht es schon, wenn ein wichtiges Wort in den AGB vergessen wurde. Aus diesem Grund legen sich Unternehmen oft ein eigenes Budget für Abmahnungen zur Seite.

In Österreich zum Beispiel ist es bisschen anders und es darf nicht kreuz und quer von jeder Kanzlei abgemahnt werden. Da ist es also um einiges ruhiger was dieses Thema betrifft.

Dropshipping und Steuern

DISCLAIMER: Wie schon oben einmal angemerkt, bin ich kein Steuerberater und der Artikel stellt keine Steuerberatung dar!

Dropshipping aus einem nicht-EU Land wie zum Beispiel China ist steuerlich eine der kompliziertesten Angelegenheiten, die es im Steuerrecht überhaupt gibt. Das geht soweit, dass sich sogar viele Steuerberater mit diesem Thema kaum auskennen.

In Kurzfassung, wenn ihr in der EU zu Hause seid:

Beim Aliexpress-Dropshipping müsst ihr Umsatzsteuer in dem Land zahlen, in welches ihr eure Produkte versendet.

Das liegt an der komplizierten Konstellation, dass die Ware aus einem nicht-EU Land (China) direkt zum Kunden in einem EU-Land versendet wird und ihr selbst auch in der EU sitzt.

Anders wäre es zum Beispiel, wenn ihr die Ware aus China zu euch schicken lässt und dann erst zum Kunden. Das wäre dann aber auch kein Dropshipping mehr 😉

Zwei Beispiele:

  • Ihr wohnt in Deutschland und schickt Ware von China an Kunden in Spanien. In diesem Fall müsst ihr in Spanien eine Steuernummer beantragen und dort die Umsatzsteuer zahlen.
  • Ihr wohnt in Österreich und schickt Ware von China an Kunden in Deutschland. In diesem Fall müsst ihr in Deutschland eine Steuernummer beantragen und dort die 19% Ust. zahlen.

Dropshipping in die USA: Das sollte steuerlich keine Probleme bereiten und tatsächlich einfacher zu handhaben sein, als zum Beispiel von China in die EU.

Im Klartext: Die Steuer kann ganz normal in dem Land abgeführt werden, in dem ihr zu Hause seid (Zum Beispiel Österreich oder Deutschland) und ihr müsst keine Steuern in den USA abführen.

Bitte beachtet, dass dies für die Konstellation von Aliexpress (China) in die USA , wobei ihr in der EU sitzt, gilt.

Wenn euer Großhändler direkt auch in den USA seinen Sitz hat und von dort versendet, kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen.

Und wie bei allem gilt: Um sicherzugehen, alles richtigzumachen, wendet euch am besten an einen Steuer-Experten.

Brauche ich Shopify & Clickfunnels?

Zuerst einmal ist es wichtig zu definieren, was Shopify und ClickFunnels überhaupt ist.

Was es auf jeden Fall nicht ist: Ein Businessmodell oder etwas, dass euch automatisch Geld einbringt.

Shopify ist ein gewöhnliches Shop-System, in welches ihr eure Produkte hochladen könnt.

Mit ClickFunnels dagegen könnt ihr Sales Funnel bauen.

Nur allzu oft werden diese beiden Systeme so präsentiert, dass ihr zuerst Shopify oder ClickFunnels benötigt, um durchzustarten.

Das ist natürlich Unsinn. Diese Leute möchten nichts anderes, als dass ihr auf deren Affiliate-Link klickt.

Was ihr zuerst braucht, ist ein gutes Konzept. Produkte, die man verkaufen kann. Ideen und Kreativität. Marketing & Sales-Wissen.

Das klingt aber schon weniger fancy als “Mit Shopify und ClickFunnels kannst du Millionen verdienen”, oder?

Ich persönlich bin der Meinung, dass es nicht Shopify und/oder ClickFunnels sein muss. Beide Systeme haben ihre Berechtigung am Markt, das aber vor allem, weil sie so leicht zu bedienen sind und daher anfängerfreundlich.

Der Nachteil ist, dass ihr mit diesem System nicht besonders flexibel seid, beide auch nicht besonders günstig sind und sogar einen prozentualen Anteil an jedem verkauften Produkt haben möchten.

Alles, was Shopify und ClickFunnels kann und darüber hinaus, kann man auch mit WordPress + Woocommerce umsetzen. Hier habt ihr eine etwas längere Einarbeitungszeit, dafür kommt ihr sehr viel günstiger dabei weg, eurer Shop sieht individuell aus und ihr müsst nichts von eurem Umsatz abgeben!

Speziell zu ClickFunnels: Ich bin ein großer Fan vom Gründer Russel Brunson und das Marketing für ClickFunnels ist auch wirklich gut! Allerdings muss man auch sagen: ClickFunnels ist von den Funktionen her nichts Besonderes. Damit könnt ihr euch im Endeffekt nur Webseiten zusammenklicken, auf denen ihr euer Produkt präsentiert. Das ist nichts Außergewöhnliches und lässt sich sehr viel günstiger mit WordPress umsetzen.

Fazit: Wenn ihr nicht WordPress lernen möchtet oder noch sehr frisch in dem ganzen Thema “Online Shop” seid, nehmt Shopify als euer Shop-System bzw. ClickFunnels für Funnels.

Alle anderen machen darum einen Bogen und sparen sich Geld mit WordPress + Woocommerce. Seid euch aber dabei bewusst, dass ihr einige Zeit brauchen werdet, in das ganze reinzufinden.

3 Dinge, die du im Blick haben solltest

1.) Der Grund, warum Asien-Dropshipping überhaupt so rentabel sein kann, liegt an internationalen Verträgen, die es China einfacher machen sollen, an der globalen Wirtschaft teilzunehmen.

Für die europäischen Postunternehmen ist das aber oft ein Verlustgeschäft. Ab 2018 werden die Versandgebühren angehoben. Zugegeben: Wie schnell und wie stark sich die Kosten tatsächlich ändern werden, bleibt abzuwarten!

Update: Viel hat sich an den kosten nicht geändert, es ist im Endeffekt also noch alles im grünen Bereich!

2.) Alibaba/Aliexpress will direkt nach Europa und baut deshalb ein Lager in Bulgarien. Was das bedeutet, könnt ihr euch sicher denken 😉 Noch ist es allerdings nicht so weit und wird wohl noch länger dauern (Status 2019)!

3.) Ab Mai 2018 tritt die DSGVO in Kraft. Diese schränkt Online-Marketing etwas ein und wurde nun final entschieden. Verglichen mit der e-Privacy-Verordnung ist diese allerdings noch harmlos!

Nach dem jetzigen Stand wird es um einiges schwerer werden, in Europa E-Mail-Adressen einzusammeln, den Facebook-Pixel zu verwenden oder Affiliate-Marketing zu betreiben! Die e-Privacy Verordnung wurde auf 2019 verschoben und man kann nur hoffen, dass es noch eine Spur gelockert wird und nicht in der jetzigen Form durchkommt.

Soll ich nun mit Dropshipping starten oder nicht?

Du wirst dir jetzt sicher die Frage stellen, ob du mit Aliexpress-Dropshipping starten sollst oder nicht und auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Das musst du entscheiden.

Dir sollte nur die Verantwortung bewusst sein, die du damit eingehst. Das Ganze ist ein richtiges Business und sollte auch so gesehen werden – mit allen rechtlichen Verpflichtungen.

Ich persönlich finde, dass man Dinge ausprobieren soll, wenn diese einen interessieren und Dropshipping bietet eine gute Möglichkeit, E-Commerce kennenzulernen.

Lass dir nur nichts von “Gurus” einreden, die mehr daran verdienen, dir ihre Kurse zu verkaufen als mit Dropshipping selbst. Ich bin schon eine ganze Weile in diesen Bereichen unterwegs und glaube nicht nur, sondern weiß, dass viel zu viele Faker herumlaufen…

Eine kleine (große) Motivation...

Ein Bekannter von mir hat Anfang dieses Jahres einen Shop gestartet und innerhalb sechs Monate über 700.000 € Umsatz gemacht mit einem Gewinn vor Steuern von 40 %. Ich kann euch natürlich nicht das Produkt verraten, allerdings ein paar Punkte dazu:

  • Es war und ist ein verdammt gutes Produkt, von dem es viele verschiedene Variationen gibt. (Es ist ein so gutes Produkt, dass ich fast neidisch geworden bin, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin)
  • Das Produkt ist einerseits ein Dauerbrenner, auf welches man als Mann nicht gleich kommen würde, hat aber andererseits auch glücklicherweise gerade einen kleinen Hype, was dem Ganzen zugutegekommen ist.
  • Hauptzielgruppe: Frauen zwischen 35 – 50 Jahren.
  • Der Shop an sich sieht nicht außergewöhnlich aus und hat keine speziellen Merkmale, hat aber alle Basics gut umgesetzt.
  • Traffic kommt ausschließlich über Facebook.

So viel zu den Leuten, die meinen, dass Dropshipping nicht mehr funktioniert!

Noch ein genereller Hinweis dazu: Die oben genannte Zahl werden viele nicht für möglich halten und ich verstehe das sogar! Ich hätte es früher auch für eine Fantasiezahl gehalten.

Inzwischen kenne ich Leute, die machen in dem Bereich (ja, auch heute noch!) Millionen. Diese Leute fliegen allerdings unter dem Radar und geben auch meistens KEINE Interviews auf YouTube 😉 Richtig angestellt ist also Einiges möglich.

Wie viel Geld brauche ich für Dropshipping?

Diese Frage hat sich zu Anfang wohl jeder einmal gestellt. Allzu oft werden von Gurus dann Beträge genannt, die sich zwar nett anhören, jedoch wenig mit der Realität zu tun haben.

Ihr müsst eines bedenken: Traffic muss eingekauft werden und ist einer der größten Kostenfaktoren. Im Klartext: Facebook Ads und Instagram Ads.

Hier ein paar Kostenpunkte, die auf euch zukommen können:

  • Traffic: Social Media Ads, Influencer
  • Shopsystem (zum Beispiel Shopify) bzw. Hosting
  • AGB und sontige Rechtstexte
  • Steuerberatung
  • Rechtsberatung
  • Grafiken
  • Werbetexte

Manches davon werdet ihr vielleicht kostenlos bekommen oder sogar selbst erledigen können.

Um die ersten zwei Punkte aber zumindest werdet ihr nicht herumkommen können. Hier macht den größten Teil, wie bereits erwähnt, der Traffic aus.

Ihr werdet in den meisten Fällen viel testen müssen, welche Ads funktionieren und welche nicht, wer eigentlich eure Käufer sind etc. Da kann zu Anfang viel Geld verbrannt werden.

Jetzt möchte natürlich jeder möglichst konkrete Zahlen genannt haben, was ich auch verstehe. Das gibt irgendwie eine gewisse Sicherheit, oder?

Das Ding ist nur: Egal welche Zahl man nennt, sie kann für den Einzelfall genauso falsch wie auch richtig sein.

Da die Kosten beim Dropshipping von sehr vielen Komponenten abhängig sind und für jeden unterschiedlich ausfallen, gibt es hier kaum einen allgemein gültigen Betrag, den man zum Start haben sollte.

Ich stelle jetzt trotzdem mal eine Zahl in Raum, die ich für den typischen semiprofessionellen Dropshipping-Store als mehr oder weniger realistisch erachte: 3.000 € (nach oben hin übrigens nahezu grenzenlos 😉 ).

Wenn wir davon ausgehen, dass ihr den Shop selbst auf die Beine stellt und euch beim rechtlichen Teil etwas geholfen wird, ist das ein Betrag, mit dem man etwas anfangen kann.

Wem das zu viel Geld ist, soll sich übrigens nicht gleich davon entmutigen lassen. Es gibt sicher genügend Beispiele, die mit weniger Geld angefangen haben und vor allem am Anfang wird es vielen auch darum gehen, erstmal zu lernen.

Solange ihr keine Märchen glaubt, wo euch in Aussicht gestellt wird, dass ihr mit 150 € im Haifischbecken überleben werdet, ist alles gut!

Wenn du in deinem Shop nichts verkaufst...

… dann kauf dir ClickFunnels über meinen Affiliate-Link + meinen Kurs und werde reich! Nein, kleiner Spaß 😛

Ich will dir aber trotzdem ein paar Tipps geben. Der häufigste Grund liegt darin, dass meistens absolute Grundlagen im Verkauf und Marketing fehlen.

Das ist etwas, was ich bei den typischen Dropshipping-Shops schon so oft gesehen habe.

In vielen Shops wird in Wirklichkeit nicht »verkauft«, sondern es liegt nur Ware herum. Viele Anzeigen verleiten nicht zum Kauf, sondern sind einfach leblose Textfetzen.

Für Erfolg beim Verkauf, müsst ihr auch wirklich verkaufen lernen!

Und das sind im Endeffekt Skills, die euch überall im Leben weiterbringen. Und ich weiß, das hört sich irgendwie schwieriger und langweiliger an als ein E-Book mit dem Namen “Werde Dropshipping-Millionär in 30 Tagen”.

Langfristig seid ihr eurer Konkurrenz aber extrem weit voraus, wenn ihr euch richtiges Wissen in diesen Gebieten aneignet und umsetzt!

Aus den vielen Büchern die ich zu diesen Themen gelesen hab, kann ich euch die folgenden Empfehlen, wenn ihr in diesen Bereichen noch am Anfang seid.

Einfach auf das Bild oder den Link klicken, dann kommt ihr direkt zu Amazon. Und ja, es sind Affiliate-Links. Das heißt ich bekomme ein paar Cent bei Verkauf, für euch bleibt der Preis aber der gleiche! 🙂

📚 Buch-Update 2019:

Ich möchte euch ein Buch ans Herz legen, welches ich als echten Geheimtipp bezeichnen würde.

Es handelt sich um ein auf 300 Seiten mehr oder weniger vollständiges Werk, worauf es im E-Commerce Bereich ankommt, um erfolgreich zu sein – von A-Z.

Und das Beste daran: Es ist wirklich praxisbezogen und ohne viel Geschwurbel, wie man es sonst oft gewohnt ist.

Wenn ich also für das E-Commerce-Thema nur ein einziges Buch empfehlen müsste, wäre es dieses:

ecommerce_evolved
Mit dem Buch von Tanner Larsson bekommt man im Grunde bereits alles an die Hand und es ist eines der wenigen Bücher, die auch von Profis empfohlen werden! Wer noch eine Spur tiefer gehen will, empfehle ich die folgenden Bücher, die vorrangig das Thema Marketing und Psychologie abdecken:

Für absolute Grundlagen, was im Marketing funktioniert, vom legendären Marketing-Genie Claude Hopkins. Perfekt für Anfänger!

Das erste Buch von Russel Brunson (dem Gründer von ClickFunnels) gibt einen ersten und sehr (!) guten Einblick ins Online Marketing.

Das wohl beste Buch um zu lernen, wie man Verkaufstexte schreibt und gestaltet.

Was ist deine Meinung und Erfahrung zu Dropshipping?

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