Kryptowährungen: Der non-Bullshit Guide

Kryptowährungen: Der non-Bullshit Guide

Einleitung

Das Krypto-Universum ist verrückt. Und die Leute darin auch. Das ist manchmal echt witzig und macht Spaß, manchmal greife ich mir an den Kopf. Derzeit strömen unglaubliche Massen an Leuten in den Markt, die nicht die geringste Ahnung haben, was sie da machen. Und ja, ich verstehe natürlich, das ist alles super-aufregend. Ist es für uns alle. Das entschuldigt aber nicht, dass man nicht einmal versucht zu verstehen, womit man es hier zu tun hat. Auf lange Sicht fallen diese Leute damit nämlich auf die Schnauze. Wenn man sich einige Jahre mit Finanzmärkten beschäftigt und den durchschnittlichen Trader/Investor kennenlernt, wundert es einen überhaupt nicht, warum bei den meisten Leuten das große Heulen kommt, weil die Dinger, die man eingekauft hat, plötzlich gegen Null gehen und die gesamten Ersparnisse weg sind. Wie passiert sowas? Und wie kannst du dich dagegen schützen? Ich werde versuchen, dir ein paar grundsätzliche Dinge mitzugeben, damit sich zumindest die Chance, dass DIR so etwas passiert, drastisch verringert oder sogar in die entgegengesetzte Richtung geht.

Ich werde es möglichst simpel halten und nicht zu tief in Erklärungen gehen, damit das Ganze praktisch anwendbar bleibt. Wir alle wissen, dass man alleine über Themen wie „Wert und Preis“ eine philosophische Abhandlung schreiben könnte. Die möchte an dieser Stelle aber niemand lesen. Hier geht’s um die Praxis.

Wieso irgendetwas lesen? Klappt doch auch so gut!

Du wirst dich vielleicht fragen, wieso du überhaupt etwas über Grundgesetze an Finanzmärkten lernen solltest, hat doch bisher auch so super geklappt. Und die Hälfte deiner Bekannten haben ebenfalls keine Ahnung und bereits Riesengewinne gemacht. Ganz einfach: Weil du damit langfristig auf die Schnauze fällst. Und dagegen kannst du nicht mal etwas machen. Warum, wieso und weshalb, sehen wir uns gleich an.

Disclaimer: Bitte sieh diesen Artikel nicht als Finanzberatung oder als Ermutigung, in Kryptowährungen zu investieren. Wenn du investierst, setze bitte nur Geld ein, auf welches du in absehbarer Zeit nicht angewiesen bist.

Wieso sich Trading für Anfänger nicht lohnt

Das, was viele im Krypto-Bereich machen, ist Trading. Also das Gegenteil von „Hodlen“ (Inside Joke, Inside Joke). Das heißt, Coins werden nicht über mehrere Monate oder sogar Jahre gehalten, sondern in kurzen Zeiträumen (Minuten, Stunden, Tage, Wochen) gekauft und wieder verkauft.

Und nun muss man folgendes wissen: Trading ist sauschwer! Ja, ich weiß, vielleicht hast du in den vergangenen Monaten eine Rendite von 500% oder noch viel mehr erzielt. Und daran habe ich auch nicht den geringsten Zweifel. Kurzfristig (und mit Kurzfristig meine ich durchaus einige Monate) ist es, vor allem im jetzigen Bullenmarkt (Steigende Kurse an jeder Ecke), auch nicht besonders schwer.

Das ist das gleiche im Aktienmarkt. Da hatten wir letztes Jahr auch eine Party. Wenn der Großteil aller Coins am Steigen ist, ist es keine Kunst, einen Coin zu erwischen, der steigt.

Kurzfristig hohe Gewinne in einem Bullenmarkt zu machen ist nicht schwer. Aber langfristig, und das belegen Statistiken, verlieren über 95% aller Trader an den Finanzmärkten Geld. Ob es in Wirklichkeit „nur“ 91% oder ganze 97% kann man natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Fakt ist, dass es die allermeisten sind. Warum ist das so? Die Antwort ist recht einfach: Trading ist harte Arbeit und erfordert jahrelanges, diszipliniertes Lernen.

„Wenn der Großteil aller Coins am Steigen ist, ist es keine Kunst, einen Coin zu erwischen, der steigt.“

Beflügelt von hohen Anfangsrenditen, wirst du nämlich mit der Zeit immer unvorsichtiger und risikobereiter. Meist sind wirklich hohe Gewinne nur mit entsprechend hohem Kapitaleinsatz möglich. Du gehst dieses Risiko vielleicht ein und alles läuft super. Doch irgendwann dreht der Markt in die andere Richtung. Du denkst dir „Kein Problem, geht ja bald wieder rauf“. Doch diesmal passiert das nicht. Jetzt überlegst du, doch nicht mehr zu Traden, sondern zu halten. Es vergeht eine Woche, zwei Wochen und langsam wirst du nervös. Und ja, im Krypto-Bereich sind das durchaus lange Zeiten. Du hast fast dein gesamtes Kapital eingesetzt und die rote Zahl in deinem Account wird immer größer. Aussteigen oder drin bleiben? Was machst du? Vielleicht verkaufst du auch panisch nach zwei weiteren Tagen und der Coin steigt am dritten Tag wieder stark an. Vielleicht hälst du und der Coin erreicht nie wieder die Höhe, bei der du eingekauft hast. Deshalb: Wenn du in Wahrheit keine Ahnung vom Trading hast, lass es lieber bleiben.

Praxistipp:

Sei dir bewusst, dass Trading eine Disziplin für Profis ist und deine 500% Rendite bisher keine besonderen Skills erfordert, sondern mehr mit Glück zu tun gehabt haben. Um auch langfristig kein Geld mit Kryptowährungen zu verlieren, hast du aus meiner Sicht nur zwei Möglichkeiten:

a) Du lernst Traden wie die Profis und beschäftigst dich wirklich tiefgehend mit Marktdynamiken, Charttechnik und Psychologie.

b) Du hörst auf zu Traden, und fängst an, in Coins zu investieren, mit denen du dich im Vorfeld beschäftigt und für gut befunden hast und hälst diese. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass du nie verkaufen darfst. Natürlich kann es Sinn machen, Coins abzustoßen, die du einmal für gut befunden hast. Dazu aber weiter unten mehr.

Du handelst nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft!

An Finanzmärkten wird immer die Erwartung gehandelt, nicht die Gegenwart. Das ist bei Aktien so, das ist bei Kryptowährungen so. Wenn du heute eine Aktie kaufst, bezahlst du in der Regel nicht den heutigen Wert, den der Anteil des Unternehmens hat. Du zahlst für den heutigen Wert PLUS die zukünftigen Entwicklungen, die dieses Unternehmen hoffentlich machen wird. Für alles, was der Markt (wir alle sind der Markt) zu dem Zeitpunkt weiß und positiv oder negativ einschätzt.

Genauso verhält es sich, wenn du Kryptowährungen wie den Bitcoin oder Ethereum kaufst. Ein Teil des Preises stellt den tatsächlichen Wert von Bitcoin dar. Ein anderer Teil des Preises ist ein Stück Zukunft, Hoffnung eine Erwartung, ein Versprechen. Nenn es wie du möchtest. Es ist auf jeden Fall etwas, was noch nicht eingetroffen ist.

Die Anwendung in der Praxis:

Eines Vorweg: Im Bereich der Kryptowährungen, kann man dies nicht wirklich „praktisch handhaben“, da wir über diese neue Erscheinung (Nicht in die Luft gehen, lieber Nerd. Ich weiß auch, dass Kryptowährungen gar nicht SO neu sind 😉) keine Langzeiterfahrung haben. Man kann erahnen, dass sich Kryptos durchsetzen werden und in vielen vielen Jahren wohl auch eine dominantere Stellung als traditionelle Fiat-Währungen einnehmen werden. ABER: Derzeit gibt es noch sehr viele Unsicherheiten und Probleme, über die wir uns zurzeit noch gar nicht bewusst sind, weil Kryptowährungen kaum in der realen Welt Anwendung finden.

Kurz gesagt: Wir wissen, dass es sich entwickeln wird, jedoch nicht WIE und WIE SEHR. Das ist einerseits die Chance, andererseits das Risiko dabei. Die Chance ist, dass man extrem früh bei etwas dabei sein kann, was seine goldenen Zeiten noch vor sich hat. Das Risiko ist, dass man eventuell viel Geld in etwas investiert, was die Zukunft nicht erfüllen wird und man im Endeffekt mehr Geld verliert als verdient.

Nein, dieser Coin für 0,0045 € ist nicht günstig!

Kennst du Leute, die folgendes oder Ähnliches sagen oder denkst du vielleicht selbst auch manchmal „Boah, Bitcoin kostet ja schon so unglaublich viel. Ich investiere lieber in einen Coin, der günstiger ist“. Hier ist es ganz wichtig, dich selbst zu fragen: „Warum denke ich, dass Bitcoin teuer und ein anderer Coin günstig ist?“.

Essentiell ist hier folgendes: Der PREIS eines Coins sagt überhaupt nichts darüber aus, ob ein Coin günstig oder teuer ist. Es gibt Coins, welche 1 Cent kosten und unglaublich teuer sind. Dagegen kann es Coins geben, die 15.000 € kosten und unglaublich günstig sind.

Natürlich kann ein 1-Cent Coin in die Höhe schießen, aber wenn dieser in Wahrheit keinen Wert hat, wird er irgendwann fallen und da auch liegen bleiben. Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt und muss im Schlaf sitzen, wenn man mit Kryptowährungen handelt (Gilt übrigens nicht nur für Kryptos, sondern auch für fast alles andere auf dieser Welt): Langfristig passt sich der Preis immer dem tatsächlichen Wert an.

Die Praxis:

Für dich heißt das: Investiere in Coins, die einen Nutzen haben. Ein gutes Team dahinter. Große und gleichzeitig realistische Zukunftsziele vor sich. Und ja, das ist natürlich ein Aufwand – Der sich allerdings auszahlt! Ein Coin und auch alles andere, das keinen Wert hat, wird zwangsläufig gegen Null gehen. Das ist eine Art Naturgesetz.

Echter Wert kann sich übrigens durch viele Dinge ausdrücken. Gibt es schon eine reale Verwendung? Gibt es schon Implementierungen in gewissen Lebensbereichen? Hat der Coin eine innovative Technologie? In manchen Fällen kann extrem großes Vertrauen einen tatsächlichen Nutzen übrigens aufwiegen. In dem Fall IST das Vertrauen dann nämlich der Nutzen 😉

Damit sortiert du 70% aller Coins schon mal aus. Jetzt ist es schon sehr viel wahrscheinlicher, einen Treffer zu landen. Von diesem Punkt aus kannst du natürlich tiefer gehen. Und noch tiefer. Bis du nur mehr eine Handvoll Coins in der engeren Liste hast.

Der Wert einer Sache setzt sich übrigens immer aus mehreren Komponenten zusammen und lässt sich bei manchen Dingen auch gar nicht wirklich berechnen. Wenn du zum Beispiel eine Coca-Cola Aktie kaufst, bezahlst du unter Anderem die Marke mit, welche natürlich einen Wert hat. Die Marke „Coca-Cola“ ist nichts, was man anfassen kann, aber doch hat diese einen Wert. Man kann den Wert der „Marke“ nicht wirklich berechnen. Es ist mehr ein Zusammenwürfeln von verschiedenen Schätzungen und Vermutungen. Das muss nicht unbedingt falsch sein, aber man kann keine exakte Zahl nennen.

Die Gesamtmenge eines Coins kann dir viel verraten

Ein ebenfalls wichtiger Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Gesamtmenge an Coins. Viele Leute sehen den Preis eines Bitcoins und fangen dann an, ähnliche Rechnungen mit anderen Kryptowährungen anzustellen: „Was wäre, wenn dieser Coin für 0,35 € in fünf Jahren soviel Wert ist wie ein Bitcoin?“. Um eines vorwegzunehmen: So ganz GRUNDSÄTZLICH ist das natürlich nicht ausgeschlossen. Die erste Frage, die ich dann immer Stelle, ist allerdings „Hast du dir schon mal angesehen, wie viel Stück es von diesem Coin gibt und ausgerechnet, was für einen Market-Cap der Coin dann hätte?“. Ein derzeit aktuelles Beispiel ist Ripple. Je nach Zeitpunkt, wo du diesen Artikel liest, wird es sicher einen anderen Hype-Coin geben. Aber bleiben wir mal bei dem Beispiel.

Von Bitcoin gibt es derzeit etwa 17 Millionen Stück und maximal etwas unter 21 Millionen.
Von Ripple gibt es derzeit 39 Milliarden Coins und maximal etwas unter einer Billarde.

Alleine das zeigt, dass 1 Ripple nie auch nur ansatzweise in die Nähe eines Bitcoins kommen wird.

Setze den Market-Cap in Relation

Der Market Cap eines Assets ist ganz einfach zu berechnen – Preis x Anzahl – und gibt eine Auskunft darüber, welchen Preis zum Beispiel ein Unternehmen hat und wie viel ein Käufer auf den Tisch legen müsste, um das gesamte Unternehmen aufzukaufen. Nun ist der Bitcoin natürlich kein Unternehmen, sondern eine Währung. Ganz ehrlich: Hier einen fairen Market Cap zu berechnen ist unglaublich schwierig, da derzeit einfach nicht abzusehen ist, wie sehr sich das Ganze durchsetzen wird.

Aber was ist mit anderen Coins wie zum Beispiel Ripple? Hier steht tatsächlich ein Unternehmen dahinter, mit einem Team sowie einem Projekt, mit einem Ziel dahinter. Der Ripple-Coin ansich hat derzeit, streng genommen, keine nützliche Verwendung. Aber das ist wieder ein separates Thema. Hier geht es jetzt um den Market Cap.

Um ein bisschen ein Gespür für Relationen zu bekommen, macht es Sinn, sich den Market Cap von bereits bestehenden und etablierten Unternehmen anzusehen – Zum Beispiel von den derzeit fünf wertvollsten Unternehmen dieser Welt:

Apple872 Milliarden USD
Google725 Milliarden USD
Microsoft675 Milliarden USD
Amazon552 Milliarden USD
Facebook234 Milliarden USD

Marketcaps von Kryptowährungen:

Bitcoin194 Milliarden USD
Ethereum108 Milliarden USD
Ripple48 Milliarden USD
BCash28 Milliarden USD
Cardano16 Milliarden USD

Wenn wir rein nach dem Market Cap gehen, ist Ripple zu diesem Zeitpunkt mehr als 1/5 von Facebook wert. Facebook allerdings hat Milliarden von Usern, Immobilien, tausende von Mitarbeitern, unglaublich viele Produkte, fährt hohe Gewinne ein, ist in der ganzen Welt vertreten… du weißt schon, worauf ich hinaus möchte. Wie viel von „echter“ Anwendung findet derzeit Ripple? Wie viel Gewinn macht Ripple? Welches Umlaufvermögen besitzt Ripple? Von wie viel Personen oder Unternhemen wird dieser Coin schon verwendet? Mit nur ein paar Euro Kursanstieg ist Ripple wertvoller als Facebook.

Natürlich ist klar, dass es sich bei Coins nicht um Firmenanteile handelt und man es deshalb nicht 1:1 umlegen kann. Irgendwas muss jedoch als Anhaltspunkt für Relationen hergenommen und etablierte Unternehmen eignen sich besonders gut dafür, um zumindest ein Gespür dafür zu bekommen.

Warum schießt dieser Coin plötzlich durch die Decke?

Wir alle kennen das: Man scrollt durch coinmarketcap.com und plötzlich tauchen da diese Coins auf: +1437% in den vergangenen 24 Stunden. Wie kann so etwas sein und wieso hatte ich diesen Coin nicht vorher auf dem Schirm? Es gibt zwei Möglichkeiten:

a) Es ist ein echt guter Coin, der vom Markt plötzlich entdeckt wurde und deshalb gepusht wird.
b) Es ist Marktmanipulation durch Pump & Dump.

Mit b) beschäftigen wir uns etwas genauer.

Marktmanipulation durch Pump & Dump

Auf regulierten Finanzmärkten sind Dinge wie das in Krypto-Kreisen beliebte „Pump & Dump“ verboten und fällt unter Marktmanipulation. Was da passiert, ist im Grunde ganz einfach: Eine größere Gruppe schließt sich zusammen und kauft gemeinsam einen bestimmten Coin. Der Preis und somit auch der Kurs steigt an. Das sehen natürlich auch andere außerhalb dieser geschlossenen Gruppe und denken sich: „Hm, dieser Coin schießt gerade zum Mond, ich sollte schnell einsteigen, um den Zug nicht zu verpassen!“ (FOMO – Du kennst das sicher von… ähm… Anderen Leuten ;). Bei einer gewissen Höhe verkauft die Gruppe allerdings und der Coin fällt wieder runter. Die eingeweihte Gruppe hat Gewinn gemacht, alle Unwissenden haben Geld verloren.

Diese Gruppen finden sich meist ganz öffentlich, zum Beispiel über „Telegram“ zusammen. Oft passiert der größere Betrug aber in noch kleineren Kreisen, außerhalb der Öffentlichkeit. Da wird im Vorhinein vereinbart, welcher Coin gepusht werden soll und anschließend wird das Ganze erst auf Telegram publik gemacht. Somit sind viele der vermeintlichen „Pumper“ in Wahrheit ebenfalls Opfer, da sich die geheime Gruppe natürlich im Vorfeld schon mit diesem Coin eingedeckt hat und sofort verkauft, wenn die Masse begonnen hat, einzusteigen. Natürlich ohne die Pumper der zweiten Reihe zu informieren.

Eine interessante Randnotiz zu Kursen im Allgemeinen: Wusstest du, dass man sich in der Finanzwelt darüber streitet, ob (kurzfristige) Kurse Nachrichten machen oder Nachrichten die Kurse? Die einen meinen, dass die Kurse steigen oder sinken und man sich im Nachhinein erst die passenden Nachrichten dazu sucht. Die anderen meinen, dass allein Nachrichten dafür verantwortlich sind. Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Man sieht das übrigens gut an den Diskussionen zu Kursentwicklungen in gewissen Zeiträumen. Der Kurs fällt und dann lag es an der amerikanischen SEC, dem G20 Gipfel, verlorener Hoffnung, Gewinnmitnahmen, oder den Bitcoin-Futures. Ein paar Tage später kommt heraus, dass der Insolvenzverwalter der ehemaligen Krypto-Börse Mt. Gox gerade dabei ist, eine unglaublich hohe Menge an Bitcoins auf den Markt zu werden.  Dann ist das der neue Grund, für die fallenden Kurse. Wie man an solchen Beispielen gut sehen kann, herrscht eine große Uneinigkeit über die Gründe. Und jeder meint, die Antwort zu kennen.

Kann man mit Shitcoins Geld machen?

Ja, du kannst mit sogenannten „Shitcoins“ (so nennt man Kryptowährungen oder Token ohne Wert) Geld machen. Da gibt es genügend Beispiele dafür. Selbst offensichtlich wertlose Coins wie zum Beispiel „Dode Coin“ und „Useless Ethereum Token“ werden immer noch getradet. Das Ding ist nur: Es ist zwar möglich, damit kurzfristige Gewinne einzufahren. Auf lange Sicht jedoch, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit, dein Geld damit verlieren. Warum das so ist, kannst du in dem Kapitel über Trading sowie  „Wert und Preis“ nachlesen.

Wie du mit FOMO (Fear Of Missing Out) umgehen solltest

FOMO, auch so ein Begriff, der mit Aufkommen der Kryptowährungen bekannter wurde: Fear of missing out. Also die Angst, etwas zu verpassen. Du kannst in so einem Umfeld nicht-nicht damit anfangen, dich mit FOMO-Management zu beschäftigen. Vielleicht kennst du es aus anderen Bereichen, nur schwächer: Es gibt soo viele interessante Bücher, die du lesen möchtest. Es gibt soo viele Länder, die du noch bereisen möchtest. Es gibt soo viele Frauen, mit denen du … Kaffee trinken gehen möchtest.

Und im Krypto-Bereich? Da gibt es natürlich soo viele Coins, die du nicht verpassen möchtest. Und hier sind wir an einem Punkt, an dem es nur ein einziges Wort gibt: Akzeptanz. Akzeptiere, dass du die meisten Coins verpassen wirst und mangels Zeit und Kapital gezwungenermaßen musst. Simple as that. Der einzige Weg, um hier Ruhe zu finden, ist zu akzeptieren, dass du den Großteil aller „To The Moon“-Coins verpassen wirst. Und es gibt dafür auch keinen einfachen Trick, um diesen Schalter im Gehirn umzulegen. Dieser Schalter IST nämlich die Akzeptanz. Du wirst nicht immer beim Basketball gewinnen und du wirst nicht immer deinen Zug erwischen. Das wird NIEMAND, auch du nicht, und das ist auch völlig ok so!

Der Nr.1-Skill, um die richtigen Coins zu kaufen und reich zu werden

Sorry, ich musste diese Headline wählen, damit du hier her klickst. Ich werde dich aber trotzdem nicht enttäuschen. Auch wenn wir von Geld reden, bedeutet „reich werden“ für jeden etwas anderes. Für den einen sind das € 100.000, für den anderen 1 Million. Wenn wir von Skills, also Fähigkeiten sprechen, gibt es tatsächlich etwas, das meiner Ansicht nach die wertvollste Eigenschaft eines Investors überhaupt ist. Dass man auch ohne diesen Skill reich werden kann (zum Beispiel durch Glück) steht natürlich außer Frage.

Ok, bist du bereit? Der No. 1 Skill, ist die Fähigkeit, durch den Nebel zu sehen. Das ist meiner Meinung nach der Grund, wieso (langfristig) erfolgreiche Investoren die richtigen Entscheidungen treffen und gleichzeitig in turbulenten Zeiten ruhig bleiben. Aber lass mir dir erklären, was ich damit meine. Und zwar am Bitcoin.

Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, die nichts oder nur wenig mit Kryptowährungen zu tun haben, habe ich in letzter Zeit oft gehört „Also jeder geht gerade aus dem Bitcoin raus und verliert das Vertrauen. Ich habe Bitcoin verkauft und kaufe jetzt Ripple“. Wovon macht diese Person, die geplante Entscheidung abhängig? Von dem, was in den vergangenen Tagen oder Wochen passiert ist. Und es ist tatsächlich so. Diese Person hat die momentane Richtung und Stimmung am Markt erkannt und handelt danach (je nachdem, wann du diesen Artikel liest, ersetze Ripple mit einem anderen Coin). Ist es klug, so auf Finanzmärkten zu handeln? Nein, denn hier wurde nur beurteilt, was VOR dem Nebel liegt, aber nicht dahinter. Es ist aber viel wichtiger, was HINTER dem Nebel liegt. Da, wo die meisten Krypto-Trader und Investoren nie hinsehen.

Ein anderes Beispiel. Das Phänomen kennst du sicher: Sinken die Kurse, ist die Hölle los und sofort (!) kippt die Stimmung in allen Facebook-Gruppen, wie auch im echten Leben. Und plötzlich ist Krypto doch nicht mehr so toll. Und was ist, wenn die Kurse steigen? „Krypto ist das geilste auf Erden! Wie kann man nicht für Krypto sein?“ Die Wahrheit ist: Während dieser Phasen hat sich Krypto nicht geändert. Es ist genauso toll oder nicht toll wie es immer war. Jemand, der sich mit seinem Investment beschäftigt hat, weiß das sehr gut und kann deshalb ruhig bleiben – Weil es die für ihn richtige Entscheidung war zu investieren oder es eben sein zu lassen. Völlig unabhängig davon, ob die Kurse gerade steigen oder sinken.

Ich persönlich bekomme oft Tagelang gar nicht mit, wie der Bitcoin-Kurs derzeit steht. Und wenn, dann interessiert es mich auch nicht wirklich. Ja, mir ist völlig egal, ob der Kurs gerade bei +30% gegenüber dem Vortag steht oder bei -30%. Diese kurzfristigen Schwankungen sind der Nebel, von dem ich rede. Das ist alles Schall und Rauch. Der Nebel sind all die kleineren und größeren Nachrichten, die den Kurs auf- und ab bewegen und die meisten Leute panisch im Dreieck springen lassen.

Disclaimer: Das ist übrigens meine persönliche Meinung und dient nicht als Empfehlung für dich, Bitcoin zu kaufen. Denn was du auch lernen wirst, ist, dass du mit manchen deiner Vorhersagen und Analysen falsch liegen wirst. Genauso kann ich falsch mit meiner Meinung zum Bitcoin liegen. Ein Investment muss daher immer für dich selbst auch Sinn machen.

Schauen wir zu einem anderen Coin, dem Ripple. Ist Ripple ein gutes Investment? Ich weiß es nicht, da ich mich mit diesem Coin noch nicht gut genug beschäftigt habe. Derzeit sehe ich hier nur den Nebel und wenn ich danach gehen würde, sieht alles super aus und ich müsste einsteigen. Das ist aber nicht die Art, wie man beim Investieren gewinnt. Um Ripple zu beurteilen, muss ich wissen, was hinter dem Nebel ist.

Und nein, das ist nichts Einfaches. Im Aktienbereich zum Beispiel, spezialisieren sich viele Investoren oft nur auf ein paar wenige oder sogar nur eine einzige Branche. Da sie in manchen Branchen ein so großes Wissen aufgebaut haben, um einzelne Aktien gut einzuschätzen zu können, durch den Nebel sehen und dann entweder zu investieren oder es sein zu lassen. Das ist der Grund, wieso man nicht in Dinge investiert, von denen man keine Ahnung hat.

Praxistipp:

Wann immer es eine Meldung in den News gibt und die Krypto-Kurse sinken (oder steigen, wenn du Short gehst), frage dich, ob diese News irgendeinen Einfluss auf den Coin in fünf Jahren haben wird. Was ist das „Bigger Picture“? Was verbirgt sich hinter dem Lärm?

CFDs: Nein, du hast gerade nicht in Krypto investiert!

Viele Leute, die neu in den Krypto-Markt kommen, landen bei Online Brokern, bei denen es zwar so scheinen mag, als würde man dort Kryptowährungen kaufen können. Im Endeffekt schließt man aber nur Wetten auf den Kurs mit Hilfe von CFDs (Contracts for Difference) mit dem Broker ab. Man besitzt aber zu keinem Zeitpunkt die entsprechenden Coins.

CFDs sind kleine Verträge, die du mit deinem Broker abschließt und werden zum Beispiel auch für Rohstoff-Spekulationen verwendet. CFDs werden oft mit einem sogenannten „Hebel“ kombiniert. Das bedeutet, dass du nur einen geringen Teil deines Geldes einsetzen musst und der Rest dir von deinem Broker geliehen wird. Wenn alles in die Richtung geht, auf die du gewettet hast, ist alles super. Nur wenn der Kurs in die andere Richtung einschlägt, zahlst du Länge mal Breite. Nicht umsonst werden CFDs als hochspekulativ bezeichnet und sollten wirklich nur von absoluten Profis verwendet werden, die genau wissen was sie da tun.

Praxistipp:

Solltest du Kryptowährungen kaufen wollen und irgendwo auf der Seite des Brokers bzw. der Börse das Wort „CFD“ lesen, mache einen großen Bogen darum. Siehe dir lieber einen Vergleich echter Krypto-Börsen an, um sicherzugehen, auch echte Coins zu kaufen.

Der Markt ist kurzfristig irrational, auf lange Sicht rational

Das ist etwas, was ich schon in anderen Kapiteln angesprochen habe, aber noch einmal verdeutlichen möchte: Kurzfristig, egal ob der Kurs steigt oder fällt, agiert der Markt als Gesamtes höchst irrational.

Eine wichtige Sache, die man wissen sollte, ist nämlich, dass die Finanzmärkte von Emotionen beherrscht werden. Das macht die ganze Sache für die Meisten ja auch so spannend. Es ist der Nervenkitzel, die Freude und die Verzweiflung. Am Finanzmarkt kommt alles zusammen. Wenn man sich an den Emotionen jedoch beteiligt, ist die Chance allerdings hoch, dass man daraus nicht als Sieger hervorgehen wird.

Jetzt kannst du dich natürlich ebenso, wie alle anderen auch, daran beteiligen. Sei panisch, wenn alle anderen auch panisch sind und sei voller Hoffnung, wenn alle anderen auch voller Hoffnung sind. Das kann für einige Zeit gutgehen, auf lange Sicht ist es aber das, was die Verlierer von den Gewinnern unterscheidet. Die, die an den Finanzmärkten gewinnen, sind immer die rationalen Menschen, die in turbulenten Phasen ruhig bleiben und ihre Entscheidungen aufgrund von Fakten und gutem Einschätzungsvermögen treffen (Erinnerst du dich an die Metapher mit dem Nebel?).

Nein, der Krypto-Markt funktioniert nicht anders!

Viele Leute glauben, dass am Krypto-Markt „alles komplett anders abläuft“ als es bei Aktien und anderen Finanzprodukten der Fall ist, was natürlich Unsinn ist. Das Einzige, was anders abläuft, ist die durchgehend hohe Volatilität (starkes Absinken und Steigen der Kurse in kürzeren Zeiträumen). Somit entsteht das Gefühl, dass hier alles schneller abläuft. Das Ding ist nur: Das hat überhaupt nichts mit Kryptowährungen ansich zu tun.

Das gleiche Spiel hat man auch am Aktienmarkt mit sogenannten „Pennystocks“. Das hängt hauptsächlich mit der geringen Menge an Geld in diesem Markt zusammen.

Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung: Stell dir, du legst einen großen Stein in eine Badewanne. Der Wasserstand wird ein gutes Stück steigen.  Und was, wenn du den gleichen Stein ins Meer wirfst? Es wird so gut wie nichts passieren. Du bräuchtest in dem Fall einen Kometen, um eine größere Bewegung auszulösen.

Aber kommen wir zu ein paar grundsätzlichen Dingen, die man sich verinnerlichen sollte und die für ALLE Finanzmärkten gelten. Kryptowährungen machen hier keine Ausnahme davon:

  • An den Börsen ist nur eines sicher: Dass nichts sicher ist.
  • Kurse sinken schneller, als sie steigen.
  • Größere Kurseinbrüche passieren meistens, wenn man sie am wenigsten erwartet.
  • Die Börse wird von Emotionen bestimmt und Emotionen verstärken alles – Nach Oben und nach Unten.

Und jetzt kommts: Was wäre, wenn ich dir sage, dass es abseits von Kryptowährungen andere Finanzmärkte mit ähnlichen Rendite-Erwartungen gibt? Mal ehrlich, wegen der Technologie werden die wenigsten drin sein. Mit Margin-Trading von CFDs kannst du ähnliche hohe Renditen machen. Mit Penny-Stocks ebenfalls. Das Ding ist nur: Das ist Risiko-mäßig auf einem ähnlichen Level wie Kryptowährungen. Außerdem gerade nicht gehyped 😉

Wenn dir Krypto-Experten Investment-Tipps geben…

… sei grundsätzlich einmal mißtrauisch. Etwas pessimistische Einstellung, oder? In dem Fall solltest du diese aber auch haben. Und zwar aus zwei Gründen:

a.) Viele Leute mit großer Reichweite empfehlen Dinge, von denen sie selbst wenig Ahnung haben

oder

b.) Es werden Dinge empfohlen, um durch Werbung oder Vermittlungen Geld zu kassieren.

In der Welt der Kryptowährungen hätten wir das berühmt-berüchtigte Beispiel BitConnect. Der Skandal des wohl professionellsten Scams bisher hat für einige Zeit viel an Schaden angerichtet, was das Vertrauen in Kryptos betrifft.

BitConnect wurde an jeder Ecke gehyped und von jedem selbsternannten Experten bis zum Umfallen gepusht. Natürlich sprechen wir hier von einem Scam-Coin. Das gleiche gilt aber auch für vollkommen legitime Projekte. Auch „Experten“ sind nur Menschen und können auch oft danebenliegen. Das sieht man beispielsweise auch im Bereich der Aktien. Regelmäßig werden Aktien von namenhaften Investmentbanken und Finanzmarkt-Experten bewertet und sogar Kursziele festgelegt. Eines kann man dazu sagen: Die meisten davon liegen mit ihren Einschätzungen oft meilenweit daneben. Deshalb ist es so wichtig, auch eigene Überlegungen anzustellen.

Das heißt jetzt bitte nicht, dass jeder Experte für Kryptowährungen keine Ahnung hat und keine guten Tipps geben kann. Es gibt einige Experten, die seriös sind. Dazu zähle ich persönlich zum Beispiel Andreas Antonopoulos und Julian Hosp. Aufhorchen solltet ihr jedoch immer, wenn ein bestimmter Coin nahezu verehrt wird und euch eine bestimmte Meinung darüber nahezu aufgedrängt wird oder sogar bestimmte Renditen versprochen werden.

Was hohe Krypto-Gewinne überhaupt erst möglich macht

In Bezug auf Kryptowährungen ist es besonders wichtig, sich eine Sache vor Augen zu halten: Überall wo hohe Chance drin steckt, steckt auch hohes Risiko. Und das ist ein Punkt, über den sich viele überhaupt nicht im Klaren sind.

EVENTUELLE, hohe Krypto-Gewinne sind überhaupt erst möglich, weil das Risko so hoch ist. Dazu ein ganz simples Beispiel: Wie hoch ist das Risiko, in Gold, den Euro oder den US-Dollar zu investieren? Derzeit recht risikolos. Natürlich unterliegt jedes dieser Assets Schwankungen. Diese fallen jedoch so dermaßen gering aus, dass hier, ohne auf einem Berg voller Geld zu sitzen (bzw. ohne Hebel zu traden), kaum Gewinn möglich ist und schon gar nicht in kurzer Zeit. Diese Assets haben einen so hohen Stellenwert und so große Anwendungsfälle in der Welt, dass bereits so viel Geld und Vertrauen in diese Märkte geflossen ist, dass diese, verglichen mit Krypto, nur unglaublich geringen Schwankungen unterliegen. Ebenso hat sich der Markt auf eine faire Bewertung geeinigt. Bei Kryptowährungen dagegen ist die Reise so dermaßen unsicher, dass man entweder a) Bei etwas dabei ist, was sich in dieser Form überhaupt nicht durchsetzen und daher auf lange Sicht gegen Null gehen wird oder b) Man sehr früh bei etwas dabei ist, was das gesamte Finanzsystem in dieser Form auf den Kopf stellen wird.

„Das Risiko einer Sache spiegelt in gleichem Maße die Chance wider und umgekehrt. Dies ist übrigens nicht nur auf Kryptowährungen bezogen, sondern ein allgemein gültiges Gesetz und trifft auf fast alles zu.“

Und ja: Ich denke auch, dass die Blockchain gekommen ist um zu bleiben und dass es langfristig auf jeden Fall auf Kryptowährungen hinauslaufen wird. Die Frage bleibt aber letzten Endes noch immer: In welcher Form? Es kann gut möglich sein, dass wir in sechs Jahren nicht mehr viel von Bitcoin und Ethereum hören werden, da sich staatliche Kryptowährungen durchgesetzt haben. Das ist EIN mögliches Szenario und eines der vielen Risiken, die man mit einem Investment in die derzeit aktuellen Kryptowährungen eingeht. Die hohen Gewinn-Chancen sind nur aus dem Grund da, weil es in diesem Markt kaum Vertrauen gibt und somit bisher wenig Geld hineingeflossen ist. Auch die täglichen Anwendungsfälle bleiben derzeit noch auf der Strecke.

Solange die Kurse steigen, ist alles super und an ein mögliches negatives Szenario ist nicht zu denken. Jeder, der sich gegen Ende 2017 unter Krypto-Fans bewegt hat oder auch nur in den Facebook-Gruppen unterwegs war, weiß, was für eine Party stattfand. Man hörte nur noch wie geil Krypto ist und am besten „Jetzt noch auf den Zug aufspringen, bevor er für immer abgefahren ist“.

Und was kam mit Anfang 2018? Ein größerer Crash. Und plötzlich kippte die Stimmung. Plötzlich machten sich erste Zweifel an dem Ganzen breit. Es war zu hören „Hatten die Medien etwa recht? Ist die Blase nun geplatzt?“, „War’s das nun?“. Und das zeigt auch die große Unsicherheit, die in diesem Markt herrscht und dieses Investment mitbringt. Denn eines ist klar: Wenn ich mir einer Sache unglaublich sicher bin, berühren mich Rückschläge nicht im Geringsten nicht und größere Crashs sind dann das Beste, was passieren kann. Die Sache ist aber einfach nicht unglaublich sicher und niemand von uns weiß wirklich, wie sich das Ganze entwickeln wird.

Tulpenzwiebeln und Dotcom-Blase

Das ist etwas, das in den Facebook-Gruppen und Foren ganz witzig zu beobachten ist: Kommt das Thema Tulpen- oder Dotcom-Blase auf UND die Krypto-Kurse erreichen gerade neue ATHs (All time highs), wird scharf geschossen und die Meinung ist: „Das ist überhaupt nicht vergleichbar, diesmal ist es etwas komplett anderes“. Und wenn der gesamte Krypto-Markt mal um 50% heruntersackt, kommen auch bei vielen Fans plötzlich Zweifel auf, ob es sich nicht vielleicht doch um eine Blase handeln könnte. Na was nun? 😉

Meine Meinung dazu ist, dass der Vergleich mit der Tulpenmanie tatsächlich Unsinn ist und nur von Leuten kommen kann, die sich so gar nicht mit Kryptowährungen und der damaligen Tulpen-Geschichte beschäftigt haben.

Der Vergleich mit der Dotcom-Blase zieht da aber schon eher. Auch damals wurde damit der Anfang einer neuen Technologie eingeleitet und an den Börsen gefeiert. Einer Technologie, die sich noch komplett am Anfang befand und noch niemand so genau wusste, wo es hingehen wird. Das gleiche haben wir auch bei Kryptos. Jedoch in, zumindest was das gehandelte Volumen zum jetzigen Zeitpunkt angeht, milderer Form. Rein vom Hype her mag es sich allerdings so anfühlen. Was aber nicht bedeutet, dass Kryptos in keiner Blase sind. Das Blöde ist nur: Mit 100% Wahrscheinlichkeit kann man es nur im Nachhinein sagen.

Wie viel Geld brauche ich für Kryptowährungen?

Wir reden hier jetzt von Gewinnen, die man sich in Fiat auszahlen lässt. Natürlich ist das gegen die Idee von Satoshi Nakamoto und der gesamten Community. Man sollte hier aber auch realistisch bleiben: Natürlich wollen viele ihre Coins wieder in Euro sehen. Womit wir übrigens wieder beim oben angesprochenem Vertrauen wären 😉

Ich werde hier mit Zahlen arbeiten, die sich auf einem durchschnittlichen Niveau bewegen. Diese Zahlen sind natürlich nicht für diejenigen, die fünf Millionen Euro am Girokonto haben und sich diesen Artikel von den Bahamas aus durchlesen.

Also, ich werde es hier konkret machen und Zahlen nennen. Dass das natürlich öfter nicht zutreffen wird, darüber sind wir uns wahrscheinlich alle einig!

Wie immer gilt: Keine Finanzberatung, sondern meine persönliche Meinung!

Unter € 1.000

An den Finanzmärkten sagt man: Man kann nicht aus wenig Geld viel Geld machen. Das ist die brutale Wahrheit. Wir alle wissen, dass es davon Ausnahmen gibt. Diesen einen, der aus 1.000 € ganze 500.000€ gemacht hat. Jeder wird schon die ein oder andere Geschichte in diese Richtung gehört haben. Es mag sich auch so oder so ähnlich zugetragen haben. Es hat sich auch der ein oder andere Lottogewinner zugetragen. Das macht es nicht wahrscheinlicher, dass man dazugehören wird. Aber ich versteh es natürlich, irgendetwas lässt einen doch an Wunder glauben.

Mit unter 1.000 Euro würde ich in risiko-freudigere Projekte und Coins investieren. Damit meine ich übrigens nicht Shitcoins 😉 Damit meine ich solide Projekte, die aus deiner Sicht unterbewertet sind und großes Potential haben.

Über € 1.000

Mit über 1.000 Euro macht es aus meiner Sicht Sinn, sich vor allem auf die Platzhirschen wie zum Beispiel Bitcoin und Ethereum zu fokussieren. Das ist in etwa, als würde man auf dem Aktienmarkt auf Apple und Google setzen: Das wird wahrscheinlich nicht so schnell untergehen. Dafür sind auch eventuell nicht so hohe Renditen drin. Zumindest nicht in absehbarer Zeit.

Aber bitte nicht vergessen, von einem „sicheren“ Investment ist auch bei den Platzhirschen nicht zu sprechen. Auch Bitcoin und Ethereum sind Risiko in Reinform.

Um wirklich was zu reißen, sind meiner Meinung nach Beträge zwischen 15.000 € – 20.000 € nötig.

Nicht vergessen: Es geht um Geld! Nicht vergessen: Es ist NUR Geld!

Zum Abschluss wird es tatsächlich noch vernünftig, wer hätte das gedacht. Zwei Dinge:

Es geht um dein Geld!

Das Geld, das dir deine Miete bezahlt und dein Essen kauft. Bei allem Hype, ist es wirklich nicht klug, seine gesamten Ersparnisse in Kryptowährungen zu stecken oder sogar Kredite aufzunehmen. Auch wenn du felsenfest davon überzeug bist, dass die Party hier kein Ende hat. Wie schon erwähnt, ist an der Börse nur eines sicher: Dass nichts sicher ist. Dieses eine Mal, wo du dachtest, dass der Markt in die Höhe schießt, sinkt er ins Bodenlose und umgekehrt. Das eine macht Spaß, das andere weniger. Von daher: Immer nur das investieren, was du verlieren kannst, ohne dass es dein Leben großartig beeinflussen würde.

Es ist nur Geld!

Dieser Satz ist jetzt nicht als Freifahrtschein zum Geld verpulvern gedacht. Vielmehr meine ich damit, was du sicher selbst schon 1000 mal gehört und 1000 mal vergessen hast: Geld wird dich nicht glücklicher machen als du jetzt schon bist oder nicht bist. Das klingt irgendwie so esoterisch, ich weiß. Es ändert aber nichts an der Tatsache. In diesem Sinne: Es macht nicht viel Sinn, in den Kryptomarkt zu gehen, mit der Hoffnung, groß abzuräumen. Wenn es passiert, freu dich. Wenn es nicht passiert, ebenso kein Problem, denn: Es ist nur Geld. Es gibt Wichtigeres im Leben. Viele lernen durch das Thema Kryptowährungen neue Leute kennen und manche davon werden zu Freunden. Vielleicht lernst du deine Traumfrau durch Krypto kennen. Das sind Sachen, die man sowieso mit keinem Geld der Welt kaufen kann.

Think, but don‘t overthink

Ganz schön viel, auf das man achten muss, oder? Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Wenn du bis hierhin durchgehalten hast, weißt du zumindest schon mehr als der Großteil aller Krypto-Trader.

Vielleicht denkst du jetzt auch, dass du noch ewig viel lernen musst, um auch langfristig erfolgreich zu sein. Und ja, das kann abhängig von deinem Wissensstand. auch gut sein. Allerdings ist folgendes fast ebenso wichtig wie das Lernen selbst: Das Tun. Ich weiß, der Satz ist irgendwie ausgelutscht. Aber man wird nie ALLES an einem Coin berücksichtigen können und das ist auch nicht nötig, um ein halbwegs sicheres Investment einzugehen. Umso mehr du natürlich in die Materie gehst, umso höher ist deine Chance, mit einem Krypto-Investment richtig zu liegen. Das andere Extrem wäre dann allerdings, im Analysieren stecken zu bleiben und so viel Zeit vergehen zu lassen, dass es sich gar nicht mehr auszahlt. Bedenke aber auch hier die Tipps zu FOMO – Du wirst die meisten Züge verpassen und das ist auch völlig Ok!

1.) Informieren & Analysieren
2.) Investieren oder nicht investieren
3.) Fertig

So lange du Punkt 1.) nicht weglässt (so wie es die meisten tun), steigen deine Chancen drastisch, auch langfristig mit Kryptowährungen Geld zu verdienen.

Wenn du nur 1 Minute hast: Zusammenfassung

Ohne große Erklärung, ohne Hintergründe: Raw Facts. Die absolute Kurzfassung.

• Verfalle nicht der Illusion, dass du mit Trading von Kryptowährungen langfristig Gewinn machen wirst. Statistisch gesehen wirst du das zu 95% nicht tun. Trading ist für Profis! Für dich gilt: Hodl.
• Ein Coin, der 1 Cent kostet, kann unglaublich günstig oder unglaublich teuer sein. Langfristig passt sich alles seinem tatsächlichen Wert an und dieser kann weit unter 1 Cent liegen. Kaufe Coins, weil es gute Projekte sind, nicht weil der Preis niedrig ist. Der Preis sagt nichts über den Wert aus.
• Es spielt keine Rolle, was kurzfristig passiert. Wichtig ist, was langfristig passiert. Versuche, durch den Nebel zu sehen.
• Eventuelle, hohe Gewinne mit Kryptowährungen werden nur durch das hohe Risiko ermöglicht.

Wenn du übrigens mehr über Kryptowährungen erfahren und das Thema auf einfache Art und Weise lernen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Kryptowährungen“ von Julian Hosp zu diesem Thema! Sehr gut aufbereitet und auch von Anfängern gut zu verstehen (Partnerlink):

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Guter Artikel, ein paar Rechtschreibfehler, was mir aber nichts ausgemacht hat. Im Großen und Ganzen trifft der Artikel auch meine Vorstellungen.
    Natürlich bleibt die Hoffnung das einige meiner Coins durch die Decke gehen.

    1. Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat! Bzgl. Rechtschreibfehler: Egal, wie oft ich drüberlese, ich finde meistens auch immer noch etwas. So bleibt man mit einem Artikel auch noch Monate danach beschäftigt 😉

  2. Der Text hat mir sehr gut gefallen. Für mich war es nochmal eine gut zusammengefasste Aufrischung. LG 😉

  3. Toller Artikel. Da hat das Lesen richtig Spass gemacht. Vielen Dank dafür.

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